Über Freiheit

Der Karlsruher Zoo hat seit einiger Zeit eine neue Attraktion, den roten Pandabären. Lange nicht so groß wie sein berühmter Verwandter,  aber ähnlich gefährdet. Man hat sich mächtig ins Zeug gelegt und dem kleinen Bären mit viel Aufwand und Liebe zum Detail ein eigenes Gehege gebaut, mit vielen Felsen und was der rote Pande eben so aus seiner Heimat sonst noch gewohnt ist. Mitten in dem Gehege steht ein Baum, auf dem scheint der Bär den ganzen Tag zu verbringen scheint. Er sitzt so hoch im Baum, sodass man ihn gut von der Straße aus erkennen kann. Jedes Mal, wenn ich an dem Gehege vorbei komme und den Panda im Baum sitzen sehe, schaut er über den Zaun seines Geheges hinweg, hinweg auch über die Mauer, die den Zoo umfasst. Oder er schläft dort oben im Baum. Sein neues Gehege interessiert ihn nicht.

Leopoldina

Im Kulturzentrum Tempel im Karlsruher Westen traf ich am Samstag Nachmittag auf Leopoldina, eine entzückende Mopsdame. Auch sie war zum Kulturmarkt „Support the underground“ im Karlsruher Kulterzentrum Tempel gekommen. Die Karlsruher Hippster spielten Spitalfield Market, man hatte seinen Spaß. Manch ein Kreativer konnte sogar was verkaufen. Schöne Stücke gab es dort.

Mir erlaubte man, Leopoldina einen Moment zu halten. Ich ließ sie wieder hinunter, sie strampelte und fiel kopfüber zu Boden. Sie hat sich nicht verletzt, aber der Schreck stand ihr ins Gesicht geschrieben. Dennoch rappelte sie sich wieder auf und kläffte eine Katze an. Mein schlechtes Gewissen aber bleibt. Und Yolanda? Die blieb zu Hause, bewachte die Bücher und dachte über Cromwells Bär nach.

Stille Orte – 1 Florale Kachel

Es gibt in meinen Augen viele gute Artikel auf diesem Blog. Allerdings werden sie kaum wahrgenommen. Das allein ist überhaupt kein Problem, streben wir doch eine große Leserschaft auch gar nicht an. Was aber sehr verwundert, ist, dass auserechnet ein Artikel hier seit seinem Erscheinen vor mehr als einem halben Jahr täglich bis zu 200 Klicks erzielt. Dieser Artikel ist einer der unwichtigsten, die hier veröffentlicht wurden. Er diente eigentlich eher der privaten Dokumentation als der Aufklärung der Massen, auch wenn der ironische Titel anderes anzudeuten scheint.

Ein Hauch von Orient – Mit dem KVV durch die Stadt

Am Samstag bin ich mit der Straßenbahn gefahren. Einmal quer durch die Stadt, um mein Motorrad abzuholen, dass ich am Freitag Nacht stehen ließ. Ich fahre sehr gern mit öffentlichen Verkehrsmitteln, am liebsten mit der Straßenbahn. Aber ehrlich gesagt mag ich keine vollen Bahnen. Je leerer desto besser. Am Samstag Nachmittag war nicht viel los in der Bahn, was mich doch ein wenig verwundert hat. Bei dem schönen Wetter strömen doch haufenweise Menschen, die sich, ganz individuell, in der Innenstadt vom täglichen Trott zu erholen. Die Stadt war voll mit Menschen, aber meine Bahn leer. Allein am guten Wetter kann es ja nicht gelegen haben, haben doch Schüler und vor allem Rentner ihre Dauerfahrausweise. Und die Stadt war voll mit Schülern und Rentnern.

Kurzer Spaziergang mit Pferd (unsichtbar)

Nur ein paar Fotos aus dem Steinig bei Karlsbad, aufgenommen heute Mittag. Das Pferd habe ich doch glatt vergessen…

 

 

Kein Retrofilter könnte dieses großartige Licht verbessern. Wieso auch. Wer stylische „Retro-hauptsache-das-Foto-sieht-wie-von-einem-10-jährigen-mit-einer-billigen-Kamera-in-den-Siebzigern-aufgenommen-Bilder sehen möchte, kann ja das ZEIT-Magazin oder Vergleichbares aufschlagen.

Ok, die  Android-app lädt keine Fotos mehr hoch und Opera blickt’s auch nicht mehr. Vielleicht erbarmt sich ja Firefox…

Ja, mit Firefox ging es jetzt endlich

Der Meister und Margarita – Orgelfabrik 2.9.2011

Ein tolles Haus, ein großartiges Ambiente. Die Orgelfabrik passt perfekt ins beschauliche, kleine Durlach. Gestern konnte man dort die Umsetzung von Bulgakows Roman für die Bühne anschauen. Wer den Roman gelesen hat, weiß, dass das eine mutige Aufgabe ist, dieses Werk auf eine Bühne zu bringen. Man sieht sich vor zwei grundlegende Entscheidungen gestellt: entweder das Werk so getreu wie möglich auf der Bühne abbilden, oder heftig in das Gefüge der Geschichte eingreifen, um daraus eine im weitesten Sinne dramatische Struktur zu entwickeln, die dieser Art von Kunst entspricht. Die erste Variante ist im Rahmen der Orgelfabrik natürlich nicht zu realisieren und ich würde so etwas auch gar nicht sehen wollen. Es müsste bombastisch, überladen werden.
Also blieb nur die zweite Möglichkeit. Leider ist man nicht konsequent genug vorgegangen. Man wollte dem Gerüst des Romans folgen und so kam es zu einigen weniger gelungenen Szenen, in denen einfach nur Inhalt referiert wurde oder per Filmeinspielung Rückblenden vorgenommen wurden, um den Geamtzusammenhang aufrecht zu erhalten. Man hätte vielleicht die ganze eingeschobene Pilatushandlung streichen können, die ohnehin nur an einigen wenigen Stellen zu Tage trat. Für die Geschichte um Voland und seine Umtriebe in der Stadt braucht man die Pilatusepisoden nicht. Sicher, im Roman haben sie ihren Platz, aber ein Theaterstück ist kein Roman.
Man muss sagen, dass die Macher des Stücks an der Aufgabe, den Roman auf die Bühne zu bringen, gescheitert sind. Das ist keine Schande. Dieses Buch ist zu vielschichtig und grotesk verdreht, dass es in meinen Augen nicht umsetzbar ist, ohne dem ganzen Werk größere Gewalt anzutun.
Die Leistung der Schauspieler dagegen war tadellos, was das Publikum etwas mehr hätte würdigen dürfen. Trotz der oben genannten  strukturellen Probleme war es eine tolle Aufführung, die sich dem großartigen Rahmen würdig erwiesen hat.

Autofreie Innenstadt

Unsere Städte sind verstopft. Überall Autos, Abgase und Lärm. Stadtplaner stehen vor einer großen Aufgabe. Sie müssen die Innenstädte dauerhaft von dem zunehmenden Autoverkehr entlasten. Und wären unsere Innenstädte nicht auch viel ruhiger und beschaulicher ohne den nervenden Autoverkehr? Eine beliebte Variante ist es, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen und attraktiver zu machen. Familientickets, Regiokarten, Bahnlinien bis weit in den Speckgürtel hinein. Hier in Karlsruhe hat man all dies getan, aber scheinbar springen die Menschen nicht so darauf an, sodass man sich jetzt ein weitaus raffinierteres Mittel hat einfallen lassen.