Danke GEO

Gerade eben habe ich mein Abonnement der Zeitschrift GEO gekündigt – telefonisch, ein andere Weg scheint nicht vorgesehen. Die aufgesetzte Enttäuschung der netten Servicemitarbeiterin am anderen Ende der Leitung war nett gemeint. Sie hat nur einmal versucht, mich mit einem Gutschein über 25 Euro „zu bestechen“, wie sie es selbst ausdrückte. Ich habe darüber nachgedacht, das Abo zu kündigen, weil ich mir einfach kaum mehr die Zeit nehme, das Heft zu lesen.  Kurz durchgeblättern und das war’s dann. Leider.

Die Entscheidung fiel mir so schwer, weil ich das Abo mal zum Geburtstag geschenkt bekam, 1988. Vor einer Ewigkeit also. Und ich habe jahrelang, jedes Heft mit großem Interesse von vorne bis hinten gelesen. Ich habe alles gelesen, nur mit der Zeit haben sich Artikel mit historischen Thema als persönliche Favoriten herausgestellt. Die Bandbreite an Themen ist nach wie vor beinahe überwältigend, mir fällt kein Heft mit einer vergleichbaren Spanne an unterschiedlichen Themen ein. Auch die Qualität der Artikel geht im Ganzen gesehen mindestens in Ordnung. Ich habe hier z.B. Texte von Christoph Ransmayr gelesen, lange bevor ich ihn als Romanautor für mich entdeckte.

Fotos und Grafiken trugen ebenso zur Faszination bei. Ich behaupte von mir selbst, eine über den Durchschnitt hinausgehende Allgemeinbildung zu besitzen und dafür ist die fast 30-jährige kontinuierliche Lektüre des Heftes sicher mitverantwortlich. Danke dafür! Aus eigener Erfahrung würde ich diese Zeitschrift jedem Heranwachsenden empfehlen, der sich für mehr interessiert. Man muss bereit sein, sich auf Themen einzulassen, die einen bisher nicht interessiert haben, und wird dann bei der Lektüre ein ums andere Mal überrascht, dass auch Unbekanntes, auf den ersten Blick Uninteressantes auch (s)einen Reiz haben kann, der sich erst bei der Beschäftigung damit erschließt. Im Laufe der Jahre ist die Zeitschrift sichtbar moderner geworden, ohne ihren ursprünglichen Charakter dem Zeitgeist zu opfern. Ich weiß nicht, wie die Verkaufszahlen im Moment sind, ich kann mir aber vorstellen, dass in die vielbeschworene Krise der Printmedien auch hier Spuren hinterlassen hat. Vor mir liegt das letzte Heft meines Abos, Ausgabe 03/18. Das lese ich von vorne bis hinten. Danke GEO!

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