Vom Wandern

Das Wichtigste zuerst:Der Norweger hat ein gänzlich anderes Verständnis vom Wandern als der Deutsche. Diese Erkenntnis, die hier lapidar in einem Satz dargelegt ist, musste  wir uns allerdings hart erarbeiten. Aber von Anfang an.

Wir sind nun am Hardangerfjord angekommen in einem Häuschen, das wir schon vor Monaten gebucht haben, da man vom Sofa aus nicht nur direkt auf den Fjord blickt, sondern es auch ein Bootshaus mit eigenem Fjordzugang hat. Die Feuerstelle, an der wir abends die „Grillsesong“ (das ist tatsächlich ein richtiges norwegisches Wort – der Badner wird im Stillen jubilieren) einläuten, während die Sonne (!) hinter dem Berg verschwindet, macht das Glück vollkommen.

Abendgestaltung in Oslo

Wenn der Abend naht, steht der durchschnittliche Tourist in Norwegens Hauptstadt vor einem Problem: Das Trinken von Alkohol jedweder Art in der Öffentlichkeit ist verboten. Das Trinken von Alkohol jedweder Art in Bars oder Kneipen ist schlichtweg nicht erschwinglich. Dazu kommt, dass ein Abend wie heute, an dem sich die Stadt von ihrer grandiosesten Seite zeigt und alles in ein wunderschön warmes Abendlicht taucht, einem geradezu verbietet, im Zimmer vor olympischen Schwimmwettbewerben vor sich hin zu gammeln. Füchse, die wir sind, haben wir aber auch für dieses Problem eine Lösung: Flugs wird der importierte Gin in eine ausgediente Wasserflasche gefüllt und ab geht es auf das Dach (!) der Oper, eine der größten Sehenswürdigkeiten hier, wo wir in aller Seelenruhe auf den Oslofjord blickend unser „Wässerchen“ genießen und uns im Geheimen fragen, was wohl die Flaschen der Menschen um uns herum enthalten.

Nr. 6: Historisches Museum

Als letztes Museum das historische. Das  besuche ich allein, V. hat genug gesehen für heute. Ich noch nicht. Vllt. bin ich museumssüchtig? Und wenn schon. Obwohl in einem großen Gebäude untergebracht, ist die Ausstellung eher klein. Wenig Ägypten, wenig Griechen, warum auch, das passt woanders besser. Naturgemäß Deutlicher Fokuss auf die Geschichte des Landes ab der Christianisierung, leider nichts zur vorgeschichtlichen Zeit Norwegens. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die indigenen nordischen Völker rund um den Polarkreis. Die zeitgenössische Kultur der Samen und deren Intergration in die Nationalstaaten, die ihr traditionelles Siedlungsgebiet beherrschen, rundet diesen Bereich ab. Die Sonderausstellung zur Geschichte des persönlichen Schmuckes bzw. der persönlichen Gegenstände hat mich nicht abgeholt. 

Nr. 5: Die Nationalgalerie

Größte Sammlung von Werken Munchs, natürlich auch „Der Schrei“. Mal schauen, was es sonst noch zu sehen gibt. Ne ganze Menge!! Eine kleine, aber feine Zusammenstellung von Impressionismus bis Expressionismus, sogar ein Macke findet sich darunter. Neben den bekannten internationalen Größen wir Degas, Cezanne, Matisse auch viel Einheimisches, mir als Laien kaum oder nicht Bekanntes: Krogh oder Werenskiold, der einen krassen Fotorealismus oder eher Naturalismus zeigt. Wie gesagt, Munchs „Schrei“ ist auch zu sehen, die Menschentraube davor überraschend klein und damit für mich überschaubar. Bilder evtl. später.

Nr. 4: Folketmuseum

Wie die drei bereits erwähnten Museen liegt auch dieses auf der Halbinsel ?…. , die der Stadt vorgelagert ist und wo nicht nur der König ein Sommerhäuschen hat. Eine großzügige Anlage versammelt allerhand historische Gebäude aus ganz Norwegen, die hier orginalgetreu wieder aufgebaut wurden. Einige kann man betreten und in manchen zeigen Schauspieler Leben und Handwerk vergangener Zeiten. Vergleichbar mit Skansen in Schweden nur größer und weitläufiger. Schön, um einen beschaulichen Nachmittag zu verbringen.

Kon Tiki-Museum

Ein paar hundert Meter weiter das Kon Tiki Museum, das neben der Kon Tiki auch die Ra und ein Model der Tigris zeigt. Von der Eleganz der Vikingerschiffe ist hier nichts zu sehen. Vertrauen erwecken diese Konstruktionen nicht. Umso beachtlicher der Mut der Männer um Thor Heierdahl, sich auf diesen Schiffen auf den Ozean hinauszuwagen. Und das nur um der Wissenschaft willen. Respekt!

Vikingerschiff-Museum

Das erste Museum zeigt drei gut erhaltene Vikingerschiffe aus der Zeit um 900 n. Chr. sowie Artefakte aus dem Alltag. In den Schiffen wurde hohe Würdenträger bestattet, später ein Erdhügel darüber errichtet. Dennoch waren alle Schiffe seetüchtig und jahrelang im Einsatz. Eines könnte bei der Eroberung von Paris 843 dabei gewesen sein. Sehr elegante Schiffe. Für Kriegsschiffe erschreckend schön in ihrer Schlichtheit.

Da der Bilderupload der Worpress-App total beschissen ist, gibt es leider keine/kaum Fotos

Eine Kreuzfahrt im Kleinen und clever Parken in Oslo

Welch ein Kontrast: drei Tage Punk-Festival im Ruhrpott und gestern eine Kreuzfahrt im Kleinen. Auf den 20 Stunden Fahrt von Kiel nach Oslo wird einem alles geboten, was man   von einer Kreuzfahrt erwartet: ein riesiges Schiff mit 8 Restaurants, einem halben Dutzend Bars, Kino, Schwimmbad, Disko, Fitnessraum und Spa und Showprogramm, alles getaucht in bunten Kitsch. Solch ein Zinnober für eine Autofähre, die nur 20 Stunden unterwegs ist. Immerhin, langweilig wird einem nicht. Und 20 Stunden in der fensterlosen Kabine will man schließlich auch nicht hocken. Wir haben uns für das Fitness-Wohlfühlprogramm entschieden und sind nicht ins Kino gegangen. Die Überfahrt war im Ganzen recht ruhig, soweit ich das beurteilen kann. Leichtes Schaukeln erinnerte einen, dass man auf See war. Für die 15min Verspätung entschuldigte man sich mehrfach aufrichtig. Ein Klacks bei 20 Stunden Fahrt. Von der Fähre zum Hostel waren es nur ein paar Kilometer. Dauerhaft Parken ist im Zentrum von Oslo aber unmöglich oder im Parkhaus lächerlich teuer. Ein Mitarbeiter des Hostels gab den Tipp. Einfach das Auto auf dem Parkplatz  von IKEA (am Standrand) abstellen und mit dem IKEA-Shuttlebus (kostenlos) zurück in die Innenstadt. Und genau so haben wir es auch getan, nachdem wir das Gepäck im Hostel gelassen haben. Wenn das Auto übermorgen noch steht, war das ne super Idee 🙂

Fiskidagurinn mikli in Dalvik

2010 durften wir in Olhao, Portugal das Festival do marisco miterleben. Vielleicht habe ich sogar war darüber hier im Blog geschrieben. Ein tolles Fest mit jeder  Menge Musik und haufenweise Meeresfrüchten. Ich erinnere mich noch gut daran,  wie wir Park am Hafen saßen und mit einem alten Fischer, der zum  Ärger seiner Ehefrau schon mächtig einen im Tee hatte, Bier gegen Meeresfrüchte getauscht haben. Von uns ein Becher Bier,  von ihm drei große Garnelen.
Gestern durften wir in Dalvik,  im Norden Islands, das Fiskidagurinn mikli, das große Fischfest, miterleben. Nach Dalvik waren wegen einer Whalewatching-Tour gekommen, im übrigen mir der Sichtung eines Buckelwals aus nächster Nähe ein atemberaubendes Erlebnis war; auch wenn 20% der Mitreisenden der Wellengang so zu schaffen machte, dass  man vor lauter Seekranken manchmal kaum einen  Platz an der Reling finden konnte.
Nach der Tour schlenderten wir ei wenig über das Fest. Die Ahnlichkeiten zum Festival do marisco sind schnell aufgezählt: zahlreiche Stände boten die unterschiedlichsten Spezialitäten  an, alles Fisch. Bühne mit Livemusik, Kinderprogramm, tolle Stimmung, gutes Wetter. Doch im Unterschied zum Festival do marisco war in Dalvik alles!!!, wirklich alles umsonst. Klar, die Portionen waren klein und die Schlangen vor manchen Buden lang. Aber weil niemand irgendwo etwas zahlen musste, stand man nirgends länger 5 Minuten. Softdrinks und Kaffee etc. waren ebenfalls umsonst. Die Gemeinde Dalvik lädt so jedes Jahr an einem Wochenende Anfang August Besucher ein, egal ob Tourist oder Einheimischer. Dieses Jahr sollen an den von Freitag bis Sonntag 30000 Besucher auf dem Fest gewesen sein. Das Fest hat offenbar auch einen eigenen Song. Den lieben langen Tag spielte das Radio einen an Rickie Martin erinnernden Song, der den Namen des Festes im Refrain wiederholte: Fiskidagurinn mikli.
Um eine Eindruck von der Vielfalt des Angebots zu geben, zähle ich mal auf, was wir probiert haben:
gedünsteter Heilhutt an Tomaten und Paprika, dazu Schrimpssalat mit Blauschimmelkäse und Brötchen
gedünsteter Lachs mit Ingwersoße, dazu  s.o.
Fischburger
Rohe Schrimps mit Sojasoße
Roher Lachs mit Sojasoße
Roher Schweinswal mit Sojasoße
Getrockneter Fisch (Heilbutt) mit ein wenig Butter
traditionelle Fischsuppe.
LECKER!!!

Wärme/Kälte

Im Schnitt scheint auf Island im August fünf Stunden am Tag die Sonne (davon sind wir aber weit weg im Moment). Aber das reicht nicht für Temperaturen von 20 Grad  oder mehr. Mit 15 sollte man zufrieden sein. Der an Sonnenschein und Wärme gewohnte Süddeutsche wird hier bescheiden und freut sich über jeden Sonnenstrahl. Im Ganzen bleibt es also eher kühl. Einheimische erkennt  man ganz einfach daran, dass sie die einzigen sind, die sich in Tshirt oder Pullover auf die windigen nassen Straßen trauen. Jacken bleiben für Minusgrade reserviert. Aber  wenn die Wärme nicht von oben kommt, dann nutzt man eben die aus der Erde. Darin hat es der Isländer zu wahrer Meisterschaft gebracht. Island deckt bekanntlich einen Großteil seines Energiebedarfs mittels Geothermie. So teuer das Leben in Island sein mag, für kaltes Wasser zahlen die Isländer nichts, für warmes Wasser nur ganz wenig. Doppeltverglaste Fenster, Niedrigenergiehäuser? Alles Schnickschnack hier. Einfach die Heizung aufdrehen. Die Wärme aus der Erde wird aber am liebsten dazu verwendet, Hot tubs oder Swimmingpools anzulegen, deren Wasser entweder mittels Geothermie erhitzt wurde oder direkt aus der Erde kommt. Pools und Tubs sind die wahre Leidenschaft der Isländer. Jedes Kaff hat einen öffentliches Schwimmbad, Hot tubs sind über das ganze Land verstreut, manche von Mauern eingefasst, andere werden so benutzt, wie sie sind. Ist der Fluss oder Teich warm, spring rein und genieß es! Das ist also das Motto der Isländer.
Ob sie die Pizza mit Rentier im Café Skaftfell in Seydisfjördur mit Hilfe der Geothermie gebacken haben, weiß ich nicht. Ausgezeichnet war sie auf jeden Fall.
Man kann die heißen Quellen nämlich tatsächlich zum Kochen benutzen;  zum Spaß ein Ei im heißen Wasser. Oder man backt Brot oder Kuchen im heißen Gestein wie die Einheimischen.
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Von Skôgar nach Seydisfjördur

Die Landschaft hier ist einfach atemberaubend. Hinter jeder Kurve bietet sich dem Reisenden eine neue, spektakuläre Aussicht. Auf der knapp 600km langen Fahrt von Skôgar nach Seydisfjördur im Osten der Arbeit Insel kommt man aus dem  Staunen nicht mehr heraus. Berge, Gletscher, Abhänge, ein riesiges Lavafeld, so groß und unheimlich,  man glaubt sich auf einem fremden Planeten. Das bedrohliche Schwarz des Lavafeldes macht nach einer Weile einem seltsamen gelblichen Grün des Mooses Platz, das 25cm dick die Lava überdeckt. Manchmal liegt der Geruch von faulenden Eiern in der Luft, dann scheint eine geologisch aktive Gegend zu durchqueren. Mitten im moosbedeckten Lava wächst ein kleines rotes Kraut. Es verströmt in dieser unwirtlichen Landschaft einen Duft, an Honig erinnert. Dieser Kontrast trifft einen völlig unvorbereitet. Umso größer das Erstaunen. Alle Sinne sind gefordert, wenn  man durch diese Landschaft reist. Knapp 600km strengen auf Deutschlands Autobahnen richtig an, hier zuckelt man entspannt mit 90 km/h dahin, vom böigen Wind hin und wieder überrascht,  und kommt aus dem Staunen über die Landschaft nicht heraus. Die Straße folgt einige Zeit den großen Fjorden an der Ostküste. Nach dem dritten Fjord hat man davon aber langsam genug. 15km in den Fjord hinein und auf der anderen Seite das gleiche wieder hinaus, nur um nach der nächsten Kurve in den nächsten Fjord zu fahren. Wir haben im längsten der Fjorde an dessen Ende eine Abkürzung gefunden, die uns 21km lang auf unbefestigten Straßen bei zum Teil 17% Steigung bzw. Gefälle mitten ins Hinterland führte, wo wir wieder auf Ringstraße Nr. 1 trafen. Die abenteuerliche Fahrt hat uns immerhin 80km Weg erspart. Echt anstrengend waren die letzten 10km hinunter nach Sedisfjördur. Auf der Hochebene umfing uns dichter Nebel. Der Straßenrand war kaum zu sehen. Gelegentlich konnten man links u d rechts der Straße Wasser erkennen, in dem Eisschollen schwammen. Wenn dann noch ein Warnschild aus dem Nebel auftaucht, das vor S-Kurven und 12% Gefälle warnt, hört der Spaß dann langsam auf. Irgendwann waren dann auch noch die Mittelstreifen auf der Fahrbahn verschwunden. Echt übel, diese letzten Kilometer.
Fotos folgen.
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Skôgafoss

Um es kurz zu machen. Isländisch ist eine wirklich drollige Sprache. Wie man sich aber den Namen zum Beispiel eines Vulkanes merken soll, weiß ich nicht. In den vergangenen beiden Tagen habem wir von Skôgar aus das Land erkundet. Riesige Lavafelder, Wasserfälle,  Klippen, merkwürdige geologische Formationen. Fotos gibt es erstmal keine , die Internetverbindung hier ist so schlecht,  dass ich nicht mal weiß,  wann ich diesen Post absetzen kann.
Gleich neben unserem Guesthouse  befindet sich der malerische Skôgafoss-Wasserfall, den man auch prima von der Straße aus sehen kann. Den Pauschaltouri wird freuen, außerdem kann man mit dem Auto bis fast unter en Wasserfall fahren. Wer sich damit begnügt,  hat einen zauberhaften Naturereignis gesehen, aber mächtig was verpasst. Neben den Sokafoss führt eine steile Treppe hinauf zu einer Aussichtsplattform, von der aus man den Wasserfall von oben sehen kann. Großartig,  auch von hier oben. Aber nur wer dem nahe an der Schlucht entlangführenden Pfad folgt, wird nach jedem Felsvorsprung, nach jeder Durchquerung eines Seitentals  mit immer spektakuläreren Aussichten auf den wilden Gebirgsfluss belohnt. Wir sind dem Fluss gut eine Stunde lang gefolgt, über Stock und Stein, immer nahe am Abgrund, ohne Sicherung. Funktionären des deutschen Alpenvereins bliebe der Enzian im Halse stecken, so wenig beschildert, so wenig gesichert ist dieser Pfad, der eigentlich der Anfang eines langen Wanderwegs ist. Über allem trohnt der berüchtigte Eyjafjallajökull, in dessen Schatten wir logieren. Flugreisende werden sich erinnern.

Island. Erste Eindrücke

Der Flug verlief ebenso entspannt wie die Anreise zum Flughafen. Ich hatte so viel Beinfreiheit wie noch nie. Wie angenehm das Fliegen sein kann, wenn man nicht wie eine Sardine in der Büchse eingeklemmt ist. Zu essen gibt es bei Iceland Air nur gegen Bezahlung, dafür ist das Unterhaltungsprogramm exzellent, wenn man den richtigen Film auswählt… der zweite Teil des Hobbit war eine schlechte Wahl. Immerhin war er lang.
Viel spannennder war die erste Begegnung mit der isländischen Mentalität. Der Isländer steht in dem Ruf wortkarg zu sein. Außer einem Schild mit der Aufschrift des B&Bs war dem Herr, der uns vom Flughafen in die Innenstadt von Keflavik fuhr, nichts zu entlocken. Auf die Frage, ob wir im Stadtzentrum von Reykjavik aussteigen könnten,  wiederholte der Busfahrer gestern Vormittag lediglich das Wort „City-Center“. Ob das Zustimmung, Ablehnung, reine Zurkenntnisnahme oder Ignoranz war, blieb im Dunkeln. Wir fanden die richtige Haltestelle auch so. Fast im selben Moment sprang der Fahrer dann doch aus dem Sitz und verkündete mit bedeutender Mine: City-Center. Wenn der Isländer schweigt, so könnte man diese Erfahrung zusammenfassen, dann ist alles in Ordnung.
Reykjavik ist eine sehr gemütliche Stadt. Von Hektik ist hier nichts zu spüren. Ungewöhnlich für eine Hauptstadt, in der sich auch noch eine Menge Touristen aufhalten. Verkehrschaos? Nein! Wenn’s auf der Straße mal eng wird, dann unten am Hafen vor der legendären Hotdogbude, deren Name ich vergessen habe, wo aber schon Bill Clinton einen Hotodog verspeiste. Dort kann es dann vorkommen, dass irgendwer rechts ranfährt, um sich einen Hotdog zu holen. Den Motor des Wagens lässt man dabei gerne laufen. Stehen drei  vier Wagen am Straßenrand, wird’s ein bissl eng und dann betätigt der sonst so besonnene Isländer doch mal die Hupe. Für deutsche Verkehrsteilnehmer im Ganzen aber traumhafte Bedingungen.
So teuer, wie man oft hört, ist es hier gar nicht. Kauft man im Discounter ein, kommt ungefähr so teuer bei uns ein Einkauf bei Rewe oder Edeka. Vielleicht noch  ne Spur teurer. Richtig sportlich aber wird es, wenn man  essen geht oder ausgehen möchte.  Was das Ausgehen angeht, kommt man noch halbwegs moderat durch, wenn man von Happy-hour zu Happy-hour springt. Dankenswerterweise druckt eine lokale Zeitung eine Übersicht aller Bars mit Happy-hour ab. Wenn man es geschickt anstellt, kann man von 15 Uhr ab bis halb fünf in der Frühe immer irgendwo eine Happyhour erwischen. Im Schnitt ist man dann bei so 4 € pro Pint statt 7 €.
Ach ja, eins noch. Hier wird es im Moment nie richtig dunkel. Das ist ganz schön verwirrend, man um halb zwölf in der Nacht aus dem Fenster blickt und es ist so hell wie bei und um halb neun.